Zwischen Kraft und Schwere–

Therapie von Herz- und Lebererkrankungen


Medizinische Tagung 28.-30. Juni 2019
in Bad Boll/Eckwälden

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde

 

kennen Sie das Gefühl, wenn man morgens aufwacht, versucht aufzustehen und sich kraftlos fühlt? Derselbe Körper, mit dem man am Vortag noch problemlos die Treppen in den vierten Stock erklommen hat, fühlt sich auf einmal schwer an! Im physischen Leib dominiert jetzt Gravitas . »Ich bin zwar aufgestanden, aber mein Kreislauf liegt noch im Bett!«. Woher stammt die Kraft, die diesen Körper in die Senkrechte bringt? Was ermöglicht Levitas (»Leichte«), die Überwindung von Gravitas? Die moderne Natur­ wissenschaft stößt bei dieser Frage an eine natürliche Grenze, wiewohl wenige Organsysteme so gut beforscht sind wie das Herz ­Kreislauf ­System. Zweifelsohne lässt sich nach Kontraktion der Herzkammermuskulatur eine Weiterbewegung des arteriellen Blutes beobachten, beschreiben und beeinflussen. Herzwirksame Medikamente können die Ausflussgeschwindigkeit des Blutes beschleunigen oder verlangsamen. Und trotzdem bleibt die Frage bestehen: Bewegt das Herz das Blut oder das Blut das Herz? In der frühen Embryonalzeit bewegen sich einzelne Blutzellen von allein, bevor es ein Herz gibt. Sie reihen sich zu orchestrier­ ten Strömen zusammen, bilden nach und nach Blutgefäße, und erst später bildet sich das Herz, das Phänomen der Pulsation aufgreifend und verstärkend. Am Herzen kommt es zu einer Kulmination des embryonalen Grundphänomens, dass sich Blut bewegt, Gravitas  überwinden, fließen und strömen kann. Das führt unweigerlich zur nächsten Frage: Wie kommt es zur eigen ­ ständigen Bewegung des Blutes?

Während bei einzelligen Organismen die für den Stoffwechsel notwendigen Substanzen auf kurzem Weg durch Diffusion die Zellwand passieren (Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von »Schlacken« des Stoffwechsels), bedarf es bei höher entwickelten Organismen eines Organsystems, das die Weitergabe des aufge ­ nommenen Sauerstoffs an die entsprechenden Körperzellen sowie den Abtransport der im Stoffwechsel entstandenen »Schlacken« übernimmt. Somit entfaltet sich das Kreislauf ­System zwischen der Atmung und allen Stoffwechsel betreibenden Körperzellen in einer lebendigen Wechselbeziehung. Und was ermöglicht Stoffwechsel, im wahrsten Sinne des Wortes ein »Wechsel von Stoffen«, ein Phänomen, das auf den Bereich des Lebendigen hin ­ weist? Während Mineralien durch appositionelles »Wachstum«, durch Anlagerung immer gleicher Substanzen größer werden, sind Stoffwechsel betreibende Organismen, solche die leben. Erneut stößt die moderne Naturwissenschaft an eine natürliche Grenze, da Lebensprozesse zwar beschrieben und beeinflusst werden können, aus unbelebter, den Gesetzen der Schwerkraft unterliegender Materie aber kein Leben genuin erzeugt werden kann.

 

 

 

 

Leben verwirklicht sich in Levitas  und ermöglicht sie! Das Organ, in dem es zur höchsten Perfektion von Stoffwechselpro ­ zessen kommt, ist die Leber. Sie ist sehr vital, lebensspendend, hat eine hohe Regenerationskraft. Muss aus medizinischen Gründen ein Drittel der Leber entfernt werden, so wächst dieses Drittel wieder nach. In der griechischen Mythologie wird dem an einen Felsen geketteten Prometheus von einem Adler tagsüber ein Stück aus der Leber herausgepickt (als Bild für die das Bewusstsein be ­ gleitenden Abbauvorgänge). Über Nacht wächst dieses Leberstück wieder nach (Bild für die verstärkten Aufbauprozesse des Stoff ­ wechsels). Nachts um 3:00 Uhr hat die Leber ihre größte räumli ­ che Ausdehnung. Im Verdauungsprozess zerkleinerte, denaturierte, vom Darm aufgenommene Substanzen werden in der Leber auf die Ebene des Lebens gehoben, körpereigene Substanzen gebildet. Es verwundert nicht, dass eine enge Wechselbeziehung zwischen der Leber und dem Herzkreislauf ­System besteht, ein lebensspen ­ dender Synergismus, der Schwere überwindet und Kraft schöpft und vermittelt. Umso wichtiger ist es, beide Organe in ihren Funktionen zu erhalten und zu stärken, gerade in Zeiten, in denen vermehrt Herz ­ und Lebererkrankungen auftreten.

 

Wir laden Sie herzlich zu einem Seminar ein, in dem Thera­ pien von kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen im Vordergrund stehen. Der Bogen spannt sich von Fettleber, Adipo ­ sitas, Metabolischem Syndrom, Hämorrhoiden über Herzinsuf­ fizienz und Herzrhythmusstörungen bis zu einer Psychosomatik des Herzens (»Erstarrung und Wandlung«), Aufrichtung gegen die Schwere und »Goldfunktion des Herzens«. Naturwissenschaft­ liche, »schulmedizinische« Gesichtspunkte werden dabei ange­ sprochen und vorgestellt, ebenso anthroposophische Therapie ­ verfahren, mineralische Arzneimittel (Stannum metallicum) und Heilpflanzen (Arnica). In Arbeitsgruppen werden Kunsttherapien konkret erlebbar und die Vortragsinhalte seminaristisch vertieft. Besonders freuen wir uns auf den künstlerischen Abend mit den Wellküren aus München und ihrem Programm »Frisch von der Leber weg ...«, das das Potenzial hat, uns am nächsten Morgen leichter und krafterfüllter aufstehen zu lassen.

 

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich im Namen des Vorbereitungskreises und freue mich auf Ihr Kommen.

 

Dr. Jan Vagedes

 

freitag, 28.06.2019

15.00 – 15.15

Dr.  Jan Vagedes
Einführung in das Tagungsthema
 
15.15 – 16:30

Dr. Armin Husemann
Die Aufrichtung gegen die Schwere und die Goldfunktion des Herzen

 

16.30 - 16:45

Aussprache zum Vortrag

 

16.45 - 17.30

Pause

 

17.30 - 18.30

Dr. Mathias Sauer
Fettleber, Adipositas, Metabolisches Syndrom

18.30 - 19.00

Aussprache zum Vortrag

 
19.00 – 20.00

Abendpause
 

20.00 – 21.00

Dr. Matthias Girke
In Bewegung bringen - Zur Therapie der Herzinsuffizienz mit Anthroposophischer Medizin

21.00 – 21.15

Aussprache zum Vortrag

 

samstag, 29.06.2019

 08.00 – 08.45

Pirkko Ollilainen
Therapeutische Eurythmie zum Tagungsthema

09.00 – 10.15

Markus Sommer, Georg Soldner
Stannum metallicum als Einzelmittel und in Kompositionsmitteln der Anthroposophischen Medizin

10.15 – 11.00

Aussprache zum Vortrag

11.00 – 11.30

Pause

11.30 – 13.00

Arbeitsgruppen

13.00 - 15.00

Mittagessen und Mittagspause

15.00 – 16.30

Arbeitsgruppen

16.30 – 17.15

Pause

17.15 – 19.00

Dr. Johannes Wilkens
Arnica - Königin auch der Herzheilkunde?

 

18.15 – 19.00

Renate Baumgärtner-Schuster, Dr. Wolfgang Schuster
Wenn das Blut in die Schwere fällt - ganzheitliche Behandlung von Hämorrhoiden

 


  19.00 – 20.00

Abendpause

ab 20.00

Künstlerischer Abend mit den Wellküren

"Frisch von der Leber weg..."

 

sonntag, 30.06.2019

08.00 – 08.45

Pirkko Ollilainen
Therapeutische Eurythmie zum Tagungsthema

 

09.00 – 10.00

Markus Peters
Im Spannungsfeld zwischen individueller und kollektiver Erkrankung: Herzrythmusstörungen

 

10.00 – 10.15

Gemeinsame Aussprache

 

10.15 - 11.00

Pause

 

11.00 – 12.00

Dr. Christian Schopper
Die Psychosomatik des Herzens: Erstarrung und Wandlung

 

12.00 – 12.15

Gemeinsame Aussprache

 

12.15 – 12.30

Jan Vagedes
Schlusswort

 

arbeitsgruppen

a

Pirkko Ollilainen
Eurythmie-Therapie zum Tagungsthema

 b

Evert van Grootel
Singen für das Herz - Singen aus dem Herzen
c

Dr. Mathias Sauer
Sprechstunde: Gastroenterologie

d

Dr. Matthias Girke
Sprechstunde: Herzerkrankungen

 E

Parkus Peters
Seelische Übungen zum Herzen (vormittags)

 F

Dr. Christian Schopper
Das verwundete und sich verwandelnde Herz: Praktische Psycho-Kardiologie (nachmittags)

 G

Dr. Reiner Sollfrank
Heilpflanzenbetrachtungen im WALA-Heilpflanzen-Garten

H

Dr. Jan Vageden, Georg Soldner
Arbeitsgruppe für KollegInnen in der Weiterbildung

Dr. Matthias Sauer

Facharzt für Innere Medizin,
Leitender Arzt im Paracelsus-Krankenhaus, Unterlangenhardt

 

 Mitglied der GAÄD, tätig in der Arzneimittelkommission für die Anthroposophische Therapierichtung. 

Der Schwerpunkt seiner Arbeit als niedergelassener Rheumatologe ist die Behandlung von Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen.

 

Dr. Matthias Sauer

Facharzt für Innere Medizin,
Leitender Arzt im Paracelsus-Krankenhaus, Unterlangenhardt

Dr. Matthias Sauer

Facharzt für Innere Medizin,
Leitender Arzt im Paracelsus-Krankenhaus, Unterlangenhardt

Dr.Jan Vagedes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Filderstadt/Tübingen

 

Dr.  Jan Vagedes ist Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Seminars Bad Boll, Leiter des ARCIM Institute an der Filderklinik und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Tübingen.  Er studierte Philosophie und Medizin in München und war bis 2012 Leitender Oberarzt für Pädiatrie und Neonatologie an der Filderklinik.

Dr.Jan Vagedes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Filderstadt/Tübingen

Dr.Jan Vagedes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Filderstadt/Tübingen

Renate Baumgärtner-Schuster

Allgemeinärztin

Stuttgart

 

 Nach dem Medizinstudium 6 Jahre allgemeine Chirurgie in Stuttgart.

Seit 1990 Niedergelassen in kassenärztlicher Hausarztpraxis zusammen mit Ehemann Dr. Wolfgang Schuster.

 

 

Renate Baumgärtner-Schuster

Allgemeinärztin

Stuttgart

Renate Baumgärtner-Schuster

Allgemeinärztin

Stuttgart

Dr. med Matthias Girke

Arzt für Innere Medizin, Palliativmedizin, Diabetologie, Anthroposophische Medizin, Dornach/Berlin

Dr.med. Matthias Girke ist Leiter der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum und als Arzt im Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe-Klinik für Anthroposophische Medizin in Berlin tätig.

Dr. med Matthias Girke

Arzt für Innere Medizin, Palliativmedizin, Diabetologie, Anthroposophische Medizin, Dornach/Berlin

Dr. med Matthias Girke

Arzt für Innere Medizin, Palliativmedizin, Diabetologie, Anthroposophische Medizin, Dornach/Berlin

Georg Soldner

Kinderarzt, München

 

Georg Soldner, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin  ist Leiter der Akademie Anthroposophische Medizin der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland sowie stellvertr. Leiter der Medizinischen Sektion in Dornach.
Schwerpunkt seiner Arbeit als niedergelassener Arzt sind Kinder mit chronischen Erkrankungen.

Georg Soldner

Kinderarzt, München

Georg Soldner

Kinderarzt, München

Markus Sommer

Arzt, München

 

Nach dem Medizinstudium klinische Tätigkeit in Innerer Medizin, Geriatrie und Neurologie. Seit 1988 kontinuierliche Mitarbeit am Med. Seminar Bad Boll. Seit 1994 Praxis mit Schwerpunkt neurologische Erkrankungen, Anthrop. Med. (GAÄD).  Stellvertr. Vorsitzender der Kommission C am Bundesamt f. Arzneimittel und Medizinprodukte. Vorstandsvorsitzender der Dr.-Hauschka-Stiftung. Zahlreiche Publikationen.

 

Markus Sommer

Arzt, München

Markus Sommer

Arzt, München

Dr. Reiner Sollfrank

Allgemeinarzt, Landshut

 

Nach dem Medizinstudium in München Assistenzarzt der Inneren Medizin im Klinikum Weiden. 1992 bis 2004 Niederlassung in eigener Kassenpraxis als allgemeinmedizinisch tätiger  Hausarzt, seit 2005 Privatpraxis in Landshut.

Seit 2009 ärztliche Tätigkeit in den Lebensgemeinschaften Höhenberg und Schwarzach. Mitbegründung und Schularzttätigkeit in der Freien Waldorfschule Bayreuth.

Dr. Reiner Sollfrank

Allgemeinarzt, Landshut

Dr. Reiner Sollfrank

Allgemeinarzt, Landshut

Dr. Christian Schopper

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich

 

 Dr. Christian Schopper ist   Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie mit ausgedehnter Praxistätigkeit in Zürich u.a. als leitender  Oberarzt in der Psychiatrischen Uniklinik Burghölzli und  der neurologischen Uniklinik in Zürich. Langjähriger ärztlicher Direktor der psychosomatischen Kliniken Sonneneck; Internationale Kurs- und Vortragstätigkeit.

Dr. Christian Schopper

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich

Dr. Christian Schopper

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich

Dr. Johannes Wilkens

Humboldt-Klinik, Bad Steben

 

 Mitglied der GAÄD, tätig in der Arzneimittelkommission für die Anthroposophische Therapierichtung. 

Der Schwerpunkt seiner Arbeit als niedergelassener Rheumatologe ist die Behandlung von Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen.

 

Dr. Johannes Wilkens

Humboldt-Klinik, Bad Steben

Dr. Johannes Wilkens

Humboldt-Klinik, Bad Steben

Dr. Armin Husemann

Allgemeinarzt,
Leiter der Eugen-Kolisko Akademie, Filderstadt

 

Seit 1988 tätig als Allgemeinarzt in Stuttgart. Seit 1993 leitet er die Fortbildungsstätte für Anthroposophische Medizin „Eugen-Kolisko-Akademie“ an der Filderklinik bei Stuttgart.
 1973  - 1980 Studium der Medizin. Klinische Ausbildung in den Fächern Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde und Heilpädagogik.

Dr. Armin Husemann

Allgemeinarzt,
Leiter der Eugen-Kolisko Akademie, Filderstadt

Dr. Armin Husemann

Allgemeinarzt,
Leiter der Eugen-Kolisko Akademie, Filderstadt

Pirkko Ollilainen

Heileurythmistin an der Filderklinik, Filderstadt

 

Pirkko Ollilainen, geboren in Finnland, Eurythmie- und Heileurythmie-Ausbildung in England und Deutschland.
Seit 1977 an der Filderklinik als Heileurythmistin tätig. Internationale Lehrtätigkeit in medizinischen Einrichtungen und Ausbildungsstätten.

 

Pirkko Ollilainen

Heileurythmistin an der Filderklinik, Filderstadt

Pirkko Ollilainen

Heileurythmistin an der Filderklinik, Filderstadt

Medizinische Tagung 08.-10. November 2019 in Bad Boll/Eckwälden


"Wach und beweglich bleiben" - Sinnesstörungen und Gelenkerkrankungen

Anmeldung ab Juli 2019

Medizinische Tagung  17.-19. Januar 2020 in Bad Boll/Eckwälden


Individuelle Pädiatrie

Anmeldung ab November 2019