Individuelle Pädiatrie: Allergien und Infektionen

Grenzen setzen lernen


Medizinische Tagung 11.-13. Januar 2019
in Bad Boll/Eckwälden

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde!

 

»Use it or lose it!« – wer kennt diese Erfahrung nicht? Eine Fremdsprache, die man in der Schulzeit fleißig erlernt hat, wird wieder zu einer echt »fremden« Sprache, wenn sie kaum noch gesprochen wird. Vernachlässigen wir ein Musikinstrument, das wir in der Jugendzeit erlernt haben, verschwinden allmählich die musikalischen Fähigkeiten. Muskeln bilden sich zurück, wenn sie nicht gebraucht und eingesetzt werden. Und wie ist es mit unserem Immunsystem? »Use it or lose it!« – leider gilt diese angelsächsische Weisheit auch hier.

Die Kernkompetenz unseres Immunsystems besteht darin, eine lebenserhaltende und lebensfördernde Grenze zwischen Innen- und Außenwelt zu finden, zu setzen und beständig zu erneuern. Das primäre Organ im Bereich von Grenzflächen ist unsere Haut. Es verwundert daher nicht, dass neben Tast-, Wärme- oder Schmerzrezeptoren immer mehr Sinnesfunktionen in der Haut entdeckt werden, so z. B. Rezeptoren für Schallwellen, für Licht oder für Bitterstoffe. Am Übergang von Außen nach Innen wird »gehört«, »geschaut«, »geschmeckt«, getastet und – das ist dann nach der Sinnesfunktion der nächste Schritt – verdaut! »Große Fresszellen«, Makrophagen, aktivieren als Schaltzentrale der Immunabwehr nach der Verdauung von »Fremdlingen« über Zwischenschritte die humorale (B- bzw. Plasmazellen) und / oder zelluläre Abwehr (T-Zellen). Bereits Neugeborene haben ein Immunsystem, das jedoch primär unspezifisch ist. Es kann schnell arbeiten, hat aber eher die Effektivität einer Schrotflinte. Im Gegensatz dazu reift das spezifische Abwehrsystem erst allmählich heran. Das Kind lernt bis in die Tiefen der Leiblichkeit Grenzen zu setzen, vorausgesetzt man lässt es lernen! An den Keimen der Umgebung keimen immunologische Kompetenzen! Kinder von Bauernhöfen haben nachweislich das differenzierteste und beste Immunsystem und am wenigsten Allergien, nicht obwohl, sondern weil sie mit vielen Keimen in Kontakt kommen und ganz im »use it« leben.

 

 

Antibiotika sind eine extrem wichtige Entdeckung innerhalb der Medizingeschichte und können bei entsprechenden Infektionen eine lebensrettende Therapie sein. Der unsachgemäße und unnötige Einsatz dagegen schwächt das Mikrobiom und das damit in Zusammenhang stehende Immunsystem. Auch unnötige Fiebersenkung stört den immunologischen Lernprozess. Was können und müssen wir also lernen, wenn wir Kinder dabei unterstützen wollen, Grenzen setzen zu können? Wie stärken wir eine gesunde Selbstwahrnehmung, die Fähigkeit an der richtigen Stelle auf immunologischer Ebene die »Eckzähne« zu zeigen (TH 1 – Antwort), sich zu schützen und abzuschließen und dabei doch ganz für die Umgebung offen zu bleiben? Welche Medikamente stehen uns zur Verfügung, wie integrieren wir pädagogische Gesichtspunkte in einen ganzheitlichen Lernprozess?

Wir laden Sie herzlich zu einem Seminar ein, bei dem aus verschiedenen Perspektiven auf Allergien und Infektionen im Kindesalter, auf die Entwicklung des Immunsystems und ganzheitliche Therapieansätze geschaut wird. Dabei werden spannende Forschungsergebnisse zur Funktion des Grenzflächenorgans Haut, die Entwicklung des Immunsystems aus anthroposophischer Sicht, die Bedeutung der Autonomieentwicklung des Kindes, die Behandlung von Infektionserkrankungen im Kindesalter, von intra- und interpersonellen Grenzstörungen, die Anwendung von Sondennahrung, von Heilmitteln wie Quarz und Blei und osteopathische Betrachtungen zu inneren und äußeren Grenzkonflikten vorgestellt. Am Samstagabend wird es zur immunologischen Stärkung Musik und Tanz geben. Sollte jemand zurückhaltend sein bei dem Entschluss selber das Tanzbein zu schwingen, könnte man im Sinne des angelsächsischen Sprichwortes möglicherweise ermutigen: »Use it ….«.


In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich im Namen des Vorbereitungskreises und freue mich auf Ihr Kommen.

 

Dr. Jan Vagedes

freitag, 11.01.2019

15.00 – 15.15

Dr. Jan Vagedes
Einführung in das Tagungsthema
 
15.15 – 16.30

Georg Soldner
Störungen der frühkindlichen Entwicklung des Immunsystems, mit aktuellen Impf-Fragen
Vortrag

 

16.30 - 17.00

Aussprache zum Vortrag

 

17.00 - 17.45

Pause

 

17.45 – 18.45

Prof. Dr. med Biol. Christoph Schempp
Störungen der frühkindlichen Entwicklung im Kindesalter
Vortrag

 

18.45 - 19.00

Aussprache zum Vortrag

 

19.00 - 20.00

Abendpause

 

20.00 – 21.00

Claudia Grah-Wittich
Welche Bedeutung hat die Autonomieentwicklung für die Gesundheit und Selbstregulation des Kindes?
Vortrag

 

21.00 - 21.15

Aussprache zum Vortrag

 

samstag, 12.01.2019

 08.00 – 08.45

Pirkko Ollilainen
Therapeutische Eurythmie zum Tagungsthema

09.00 - 10.15

Marie Koch, Georg Soldner
Sinusitis, Otitis media, Tonsillitis, Harnwegsinfekt - Therapie ohne Antibiose?
Vortrag und Aussprache

10.15 – 10.45

Aussprache zum Vortrag

 

 10.45 – 11.30

Pause

11.30 – 13.00

Arbeitsgruppen

13.00 – 15.00

Mittagessen und Mittagspause

15.00 – 16.30

Arbeitsgruppen

16.30 – 17.15

Pause

17.15 – 18.15

Peter Altmeyer
"Man sieht nur mit den Händen gut -
Osteopatische Betrachtungen zu inneren und äusseren Grenzkonflikten
Vortrag

 

18.00 - 18.45

Johannes Kingma
Trink- und Sondernahrung bei Allergien, Intoleranzen und Unverträglichkeiten
Vortrag

 

18.45 – 19.00

Gemeinsame Aussprache zu den Vorträgen

19.00 – 20.00

Abendpause



 20.00 - 21.30

Künstlerischer Abend mitMusik und Tanz

 

sonntag, 13.01.2019

08.00 – 08.45

Pirkko Ollilainen
Therapeutische Eurythmie zum Tagungsthema

09.00 – 09.45

Markus Sommer
Blei und Quarz - polare Arzneimittel die helfen, Grenzen zu stabilisieren

09.45 – 10.15

Gemeinsame Aussprache


10.15 – 11.00

Pause

11.00 – 11.45

Dr. Hartmut Horn
Behandlung intra- und interpersoneller Grenzstörungen (am beispiel von ADHS) mit Kasuistik
Vortrag

 

11.45 – 12.15

Gemeinsame Aussprache


12.15 – 12.30

Georg Soldner
Schlusswort

 

arbeitsgruppen

a

Pirkko Ollilainen
Eurythmie-Therapie zum Tagungsthema

 

b

Prof. Dr. med. Dipl. Biol. Christoph M.Schempp
Sprechstunde Dermatologie

c

Claudia Grah-Wittich
Autonomieentwicklung des Kindes, Videobeobachtungen zur
selbstständigen Rotation im Aufrichteprozess des Kindes


d

Marie Koch, Georg Soldner
Kindersprechstunde akut-entzündliche und allergische Erkrankungen

 

E

Peter Altmeyer
Osteopathie zur Behandlung von Allergien und Infektionen. Praktische Übungen und Fallbeispiele

 

f

Ursi Soldner
Äussere Anwendungen bei Blasennentzündungen

 

G

Dr. Jan Vagedes
Einführung in die Anthroposophische Medizin (vormittags)
Arbeitsgruppe für KollegInnen in der Weiterbildung "Anthroposophische Medizin" (nachmittags)

 

H

Dr. Christian Schopper
Adultes ADHS

 

 I

Rita Eckart; Dr. Hartmut Horn
ADHS - Botschaft, Herausforderung und Inspiration

 

Dr.Jan Vagedes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Filderstadt/Tübingen

 

Dr.  Jan Vagedes ist Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Seminars Bad Boll, Leiter des ARCIM Institute an der Filderklinik und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Tübingen.  Er studierte Philosophie und Medizin in München und war bis 2012 Leitender Oberarzt für Pädiatrie und Neonatologie an der Filderklinik.

Dr.Jan Vagedes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Filderstadt/Tübingen

Dr.Jan Vagedes

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
Filderstadt/Tübingen

Georg Soldner

Kinderarzt, München

 

Georg Soldner, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin  ist Leiter der Akademie Anthroposophische Medizin der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland sowie der Medizinischen Sektion in Dornach.
Schwerpunkt seiner Arbeit als niedergelassener Arzt sind Kinder mit chronischen Erkrankungen.

Georg Soldner

Kinderarzt, München

Georg Soldner

Kinderarzt, München

Dr. Hartmut Horn

Arzt , Anthroposophischer Psychotherpeut,  Aichtal

Hartmut Horn , Facharzt für Kinderheilkunde, Praktischer Arzt sowie Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche und Erwachsene engagiert sich in Fachvorträgen und Veröffentlichungen  für die fachübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Anthroposophischen Medizin. Im Kreis der Internationalen Koordination Anthroposophische Medizin vertritt er die Anthrop. Psychotherapie.

Dr. Hartmut Horn

Arzt , Anthroposophischer Psychotherpeut,  Aichtal

Dr. Hartmut Horn

Arzt , Anthroposophischer Psychotherpeut,  Aichtal

Markus Sommer

Arzt, München

 

Nach dem Medizinstudium klinische Tätigkeit in Innerer Medizin, Geriatrie und Neurologie. Seit 1988 kontinuierliche Mitarbeit am Med. Seminar Bad Boll. Seit 1994 Praxis mit Schwerpunkt neurologische Erkrankungen, Anthrop. Med. (GAÄD).  Stellvertr. Vorsitzender der Kommission C am Bundesamt f. Arzneimittel und Medizinprodukte. Vorstandsvorsitzender der Dr.-Hauschka-Stiftung. Zahlreiche Publikationen.

 

Markus Sommer

Arzt, München

Markus Sommer

Arzt, München

Dr. Christian Schopper

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich

 

 Dr. Christian Schopper ist   Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie mit ausgedehnter Praxistätigkeit in Zürich u.a. als leitender  Oberarzt in der Psychiatrischen Uniklinik Burghölzli und  der neurologischen Uniklinik in Zürich. Langjähriger ärztlicher Direktor der psychosomatischen Kliniken Sonneneck; Internationale Kurs- und Vortragstätigkeit.

Dr. Christian Schopper

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich

Dr. Christian Schopper

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich

Ursi Soldner

Expertin für Anthroposophische Pflege, in eigener Pflegepraxis,
München

 

Krankenschwesternausbildung in der Schweiz, Fortbildung für anthroposophische Medizin in der Ita-Wegman Klinik Arlesheim.

Pflegetätigkeit in Lukasklinik und Ita-Wegman Klinik. Palliativpflege Barmherzige Brüder.
Expertin für Anthroposophische Pflege und Rhythmische Einreibungen.

Ursi Soldner

Expertin für Anthroposophische Pflege, in eigener Pflegepraxis,
München

Ursi Soldner

Expertin für Anthroposophische Pflege, in eigener Pflegepraxis,
München

Pirkko Ollilainen

Heileurythmistin an der Filderklinik, Filderstadt

 

Pirkko Ollilainen, geboren in Finnland, Eurythmie- und Heileurythmie-Ausbildung in England und Deutschland.
Seit 1977 an der Filderklinik als Heileurythmistin tätig. Internationale Lehrtätigkeit in medizinischen Einrichtungen und Ausbildungsstätten.

 

Pirkko Ollilainen

Heileurythmistin an der Filderklinik, Filderstadt

Pirkko Ollilainen

Heileurythmistin an der Filderklinik, Filderstadt

Rita Eckart

Kunsttherapeutin, München

 

Rita Eckart, geb. 1953 in Budapest. Studium der Kunstgeschichte und Kunsttherapie in München. Tätig in eigener Praxis, in der Heilpädagogik und im Strafvollzug. Mitarbeit in verschiedenen interdisziplinären Nothilfeprojekten in Krisengebieten. Lehrtätigkeit auf dem Gebiet der Interkulturellen Kunsttherapie sowie der Notfall- und Traumakunsttherapie. Internationale Sozialkunstprojekte.

 

Rita Eckart

Kunsttherapeutin, München

Rita Eckart

Kunsttherapeutin, München

Medizinische Tagung  28.-30. Juni 2019 in Bad Boll/Eckwälden


Kraft und Schwere - Therapie von Herz- und Lebererkrankungen

Anmeldung ab Februar 2019

 

Medizinische Tagung 08.-10. November 2019 in Bad Boll/Eckwälden


"Wach und beweglich bleiben" - Sinnesstörungen und Gelenkerkrankungen

Anmeldung ab Juli 2019